Bild2Parkinson ist eine der häufigsten Erkrankungen des Nervensystems. In Deutschland gibt es offiziell etwa 150.000 Parkinson-Patienten, Schätzungen gehen jedoch von 250.000 bis 400.000 Betroffenen aus. Bei den betroffenen Patienten funktioniert die komplexe Weiterleitung der Informationen zwischen bestimmten Nervenzellen im Gehirn nicht mehr richtig. Statt gezielt und nacheinander feuern die Zellen ungebremst gleichzeitig Signale ab. Dieses synchrone Feuern führt sowohl zu dem typischen Zittern (Tremor), als auch zum Phänomen des Rigor und der Akinese. Neuste wissenschaftliche Ergebnisse legen nahe, dass der Tremor eher auf eine Synchronität im sog. Theta-Bereich (um ca. 5 Hz) zurückzuführen ist, wohingegen die Stärke des Rigors (= erhöhte Muskelspannung, die für die Starre und das maskenhafte Gesicht bei Parkinsonpatienten verantwortlich ist) und der Akinese (= zunehmenden Verlangsamung der Bewegungsabläufe, die in eine vollständige Bewegungsunfähigkeit münden kann) eng mit einer Synchronisation im Betaband –Bereich (um 9-35 Hz) korrelieren.

Grund für die "Zellen im Gleichtakt" ist der Mangel eines Botenstoffs, der zwischen den Nervenzellen vermittelt: das Dopamin. Er verhindert im gesunden Nervensystem, dass alle Nervenzellen gleichzeitig ihre Signale weiterleiten. Parkinsonpatienten haben nicht genug Dopamin, da die Dopamin-produzierenden Zellen bei der Erkrankung absterben. Dadurch funktioniert auch die chemische Steuerung nicht mehr.

Aktualisiert ( Donnerstag, 08. Juli 2010 )