Akustische CR®-Neuromodulation

Zur Behandlung von Tinnitus stimuliert die akustische CR®-Neuromodulation selbstverständlich nicht das ganze Gehirn , vielmehr wird die räumliche Anordnung der Tonfrequenzen im auditorischen Kortex genutzt, um eine gezielte akustische Stimulation der betroffenen Nervenzellverbände zu realisieren. Abgestimmt auf die individuelle Tinnitusfrequenz eines Patienten werden mit Hilfe des CR®-Algorithmus die genauen akustischen CR®-Impulse berechnet, die über das Ohr an die krankhaft synchronen Nervenzelleverbände im auditorischen Kortex abgegeben werden.
Räumliche Ansteuerung: Der Aufbau unseres Hörzentrums im Gehirn (auch auditorischer Kortex genannt), ist hoch organisiert: Ähnlich wie die Tasten eines Klaviers nebeneinander angeordnet sind, sind die Nervenzellverbände in einem bestimmten Bereich des Hörzentrums auf eine bestimmte Frequenz „gestimmt“. Entsprechend können die CR®-Stimulationssignale ganz genau über eine Frequenz an den entsprechenden Zielort – den überaktiven, synchronen Nervenzellverband, der den Tinnituston erzeugt – platziert werden. Hierzu ist es natürlich nötig, den „Zielort“ genau zu kennen – die Bestimmung des Zielortes geschieht über die Vermessung der exakten Tinnitusfrequenz des einzelnen Patienten beim HNO-Facharzt. Die CR®-Stimulationssignale sind also nicht für alle Patienten immer gleich, sondern müssen ganz genau, individuell auf den Patienten angepasst werden.
Übrigens: die Stimulation erfolgt nicht direkt auf der Tinnitusfrequenz, sondern auf genau berechneten Frequenzen ober- und unterhalb des Tinnitustones.

Zeitliche Taktung: Wie im Kapitel über die CR®-Technologie beschrieben, beruht das Wirkprinzip der CR®-Neuromodulation darauf, die Symptom auslösende, krankhaft synchrone Überaktivität eines hochvernetzten Nervenzellverbandes langfristig zu stören. Hierzu wird der Nervenzellverband gezielt „aus dem Takt gebracht“ – und das geht logischer Weise nicht einfach durch das willkürliche Aussenden von Stimulationssignalen, sondern diese müssen – wie oben beschrieben – natürlich räumlich an der richtigen Stelle platziert sein, aber eben auch in einer bestimmten zeitlichen Abfolge abgegeben werden, um wirken zu können. Diese zeitliche Abfolge berechnet sich anhand eines komplexen mathematischen Algorithmus (CR®-Algorithmus), der auf die neuronale Aktivität abgestimmt ist.
Aktualisiert ( Freitag, 07. Mai 2010 )


